Bürgerhaus Schließung

27.05.2026

Warum das Bürgerhaus keine Zukunft mehr hat

Erkrath kann sich das Bürgerhaus schlichtweg nicht mehr leisten. Wir erklären ausführlich warum:

Es geht ums Gebäude

Zunächst ist es uns wichtig, klarzustellen, dass lediglich das Gebäude als solches hinterfragt werden soll. Die Institutionen wie das Planetarium, das TSV Kinder- und Jugendzentrum, die Volkshochschule, die Begegnungsstätte AWO-Treff sowie die Stadtbücherei leisten wichtige Arbeit für unsere Stadt.
Für sie gilt es also andere Unterbringungen im Stadtgebiet zu finden, sodass die Arbeit an anderer Stelle fortgesetzt werden kann.

Schließung erst 2031

Das Bürgerhaus soll nicht sofort geschlossen und abgerissen werden. Im Haushaltssicherungskonzept ist eine Schließung ab dem Jahr 2031 vorgesehen. Das bedeutet, es bleiben noch 5 Jahre, um die Einrichtungen, die heute noch im Bürgerhaus sind, woanders unterzubringen.

477.000€ Einsparpotential

Die Betriebskosten des Bürgerhauses sind unverhältnismäßig hoch.
Die Energiekosten, die Bewirtschaftung und die Kosten für den Bauunterhalt belaufen sich jährlich auf rund 477.000€.
Diese Summe steht in keinem Verhältnis.

Warum wird das Bürgerhaus nicht einfach saniert?

Das Bürgerhaus besteht seit 1980. Im Jahr 2031 wäre es also mehr als 50 Jahre alt. Selbst eine Sanierung würde die Lebenszeit des Gebäudes also nur um wenige Jahre verlängern. Die Sanierungskosten werden auf mehr als 18 Millionen Euro geschätzt. Auch das steht in keinem Verhältnis zu einer Sanierung. Die Energiebilanz des Gebäudes ist katastrophal. Die Wände sind so dünn, dass das Gebäude an allen Stellen Wärme verliert. Auch die Lüftungsanlage, die Technik, der Brandschutz und die Elektrik müssten vollständig erneuert werden.

Nach der Nutzung als Notunterkunft in den vergangenen Jahren werden nun bereits für den Betrieb unaufschiebbare Sanierungsmaßnahmen im Bürgerhaus umgesetzt, insbesondere die Sanierung von Versammlungshalle, Gaststätte und WCs sowie Maßnahmen an der Lüftungsanlage. Schon die Kosten dafür belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro.

Wurden Fördermittel nicht genutzt?

Im Jahr 2018 wurde ein gestellter Förderantrag zur Teilnahme am Förderprogramm KommunalerKlimaschutz.NRW nicht bewilligt.

Im Jahr 2021 startete Erkrath einen neuen Anlauf. Dieses Mal wurde der Entwurf des Antrags als förderungsfähig bewertet. Im Zuge der dann folgenden detaillierten Planungsarbeiten stellte sich jedoch heraus, dass die erforderlichen Arbeiten zur Erreichung der Förderziele den Kosten- und Arbeitsumfang des Projektes steigern und den Zeitplan wesentlich verlängern würden. Die Frist zur Förderfähigkeit bis März 2023 hätte also gar nicht eingehalten werden können. Schon der damalige Sanierungsplan prognostizierte Kosten von 14 Millionen Euro, von denen die damals in Aussicht gestellte Fördersumme nur einen Bruchteil abgedeckt hätte. Da die finanzielle Situation der Stadt schon damals angespannt war und keine weiteren Kapazitäten für eine aufwändige Sanierung vorhanden waren, wurde die Sanierung nicht weiter verfolgt.

Eine zentrale Versammlungshalle für Erkrath

Erkrath hatte auch mal zwei Schwimmbäder. Eins in Alt-Erkrath und eins auf der Bürgerhauswiese in Hochdahl. Auch diese wurden aus Kostengründen eingespart und ein zentrales Schwimmbad gebaut. Das Neanderbad möchte heute niemand mehr missen. Nicht mehr und nicht weniger haben wir als CDU nun perspektivisch mit Bürgerhaus und Stadthalle vor: Eine Gesamtbetrachtung aller städtischen Veranstaltungsräume.

Klar ist, Erkrath braucht auch zukünftig einen Ort der Begegnung, eine große Versammlungshalle. Die Stadthalle in Alt-Erkrath kann dies momentan abdecken. Aber auch sie ist bereits mehr als 50 Jahre im Betrieb und wird nicht mehr ewig halten.

Und dann ist für uns klar: Eine neue moderne Veranstaltungshalle gehört in den größten Stadtteil Hochdahl.  An diesem zentralen Ort können zukünftig Theater, Konzerte, Comedy, Versammlungen und vieles mehr stattfinden.

Bis es in mehreren Jahrzehnten einmal so weit ist, können nach der Schließung des Bürgerhauses große Versammlungen in der Stadthalle stattfinden sowie in der dann fertigen neuen Aula des Schulzentrums Rankestraße in Hochdahl sowie in der neuen Mehrzweckhalle im Campus Sandheide.

Wichtig: Dazu gibt es momentan weder konkrete Pläne noch Beschlüsse.

Fazit:

Uns ist bewusst, dass diese Debatte emotional geführt wird. Das Bürgerhaus ist für viele Menschen mit Erinnerungen verbunden und insbesondere in Hochdahl prägend. Wir sind uns aber sicher, dass es langfristig nur mit einem neuen Konzept funktionieren kann. Günstiger und trotzdem besser.
Dafür setzen wir uns ein!